Schlafen nach der Geburt

Als frisch gebackene Mama musste ich so einiges lernen, auch in Sachen Schlafen. Ich hätte nie gedacht, dass der Schlafmangel mir so sehr zu schaffen macht. Da die Neugeborenen noch keinen Tag- und Nachtrythmus haben, konnte ich mich schnell von einem normalen Tagesablauf verabschieden. Die Wachphasen von 2.00 Uhr – bis 5.00 Uhr brachten mich zur Verzweiflung.

Eigene Ansprüche nicht mehr erfüllen können

Es wird immer gesagt, die Mama muss dann schlafen, wenn das Baby schläft. Aber was macht man, wenn man dann nicht schlafen kann? Mir ging so vieles im Kopf umher. Werde ich alles richtig machen? Sind die Geräusche, die der Kleine macht, normal? Geht es ihm gut? Wann geht es mir wieder gut? Aber auch selbst gesteckte Ziele konnte ich nicht erfüllen. Hierzu gehörte, dass mir die Haushaltsführung nicht gelang, ich nach kurzer Zeit des Stehens heftige Rückenschmerzen bis hin zur Atemnot bekam, oder dass ich mich wahnsinnig schwach und überfordert fühlte. Zum Glück hab ich einen tollen Mann (Martin), der mich unterstützt hat wo er konnte.

Mein emotionaler Tiefpunkt

Dies führte dazu, dass ich mich immer schlechter fühlte. Kombiniert mit den kurzen Nächten, in denen wir versucht haben, dass Karl in seinem Beistellbett schläft, Schmerzen beim Stillen, nächtliches rumtragen, machten mich schier wahnsinnig. Ich konnte nicht mehr denken, war fahrig, übermüdet und befand mich emotional auf einem Tiefpunkt. Kurz gesagt, es ging nichts mehr.

Wie sollte es also weitergehen? Karl wollte weder in seinem Beistellbett noch auf dem Rücken schlafen. Spätestens alle 30 Minuten wachte er auf und schrie bitterlich. Wir waren ratlos.

Die Wende

Die Wende kam, als wir unsere angelesenen Überzeugungen über Bord warfen. Wir entschieden uns, dass Karl ab sofort bei uns im Bett schläft. Und da er nicht auf dem Rücken und alleine liegen wollte, lag er also Bauch an Bauch im Wechsel, mal auf dem Papa und mal auf mir. So kamen wir immerhin wieder ein wenig dazu, zu schlafen. Die körperliche Enge war jedoch im ersten Moment schwer zu ertragen, dieses musste ich im Laufe der nächsten Tage lernen. Die Tage im Krankenhaus, indem wir bereits das Bonding betrieben haben, haben wir also mit kurzer Unterbrechung, fortgeführt. Karl, Martin und ich gewöhnten uns an unsere neue Art des Schlafens und fühlten uns immer wohler.

Das Familienbett

Mittlerweile sind vier Monate vergangen. Karl liegt immernoch bei uns im Bett. Das Beistellbett nutze ich als Ablagefläche für Spucktücher. Es kam auch schon vor, dass ich Nachts aufwachte und halb im Beistellbett lag, weil sich das Baby eigenen Platz verschafft hat. Er liegt nun nicht mehr auf uns, sondern schläft auf dem Rücken an meiner Seite. Ich stille ihn Nachts im Halbschlaf, der Kleine schläft ebenfalls weiter.

Mittlerweile liege ich gegen 19.00 Uhr mit Karl im Bett und kann mit den kurzen Stillunterbrechungen meistens bis 7.00 Uhr schlafen. Die nächtlichen Unterbrechungen kommen seitdem er bei uns liegt nicht mehr vor.

Mir geht es seitdem viel besser und fühle mich vitaler, fitter und fröhlicher.

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