Unser neues Baby: Die Familienzeit nach der Geburt

Die Schwangerschaft endete bei mir jäh mit dem Platzen der Fruchtblase. Fast zwei Tage später war er da, der kleine Karl gehört jetzt zu unserer Familie. Dieses Baby sollte unser Leben ab sofort vollkommen verändern.

Nach der Geburt ist alles anders

Wenn man glaubt, dass nach der Geburt alles anders ist, dann ist das richtig. Ich hätte jedoch nicht gedacht, dass sich das bisher so bequeme und ruhige Leben um 180 Grad ändert. Schlagartig wird das Leben auf den Kopf gestellt. Bei mir fing es damit an, dass ich dieses kleine zitternde Bündel in den Armen hielt. Dieser kleine Mann war also neun Monate in mir herangewachsen. Die nächtlichen Tritte immer dann, wenn ich gerade eingeschlafen war, das war also er.

Zeit zum Kennenlernen

Ich war so glücklich, endlich mein Baby kennen zu lernen. Endlich zu wissen, wie er aussieht. Ihn zu sehen, ihn zu hören, ihn zu riechen. Der Duft eines Neugeborenen ist unglaublich.

Nach der langen Geburt war ich natürlich sehr erschöpft, und muss gestehen, dass ich mich an  kaum etwas erinnern kann. Die erste gemeinsame Nacht war für mich eine extreme Erfahrung. Da wir uns im Vorfeld für ein Bonding entschieden haben, lag dieser kleine Zwerg nun in der Nacht und die meiste Zeit am Tage auf mir. Zitternd und schreckhaft bei jedem Geräusch und Bewegung in seiner neuen Welt. Mir ging es da ganz ähnlich. Ich musste mich an das Baby, welches wehrlos und ängstlich auf mir lag, gewöhnen. Diese plötzliche Nähe und Enge, war für mich etwas völlig Neues. Im ersten Moment hat es mich belastet – belastet, da ich es vorher nicht gewohnt war, jemanden 24 Stunden am Tag so nah an mir zu haben. Nach den ersten beiden Wochen konnte ich jedoch diese enge Beziehung genießen und mich voll darauf einlassen.

4 Monate später

Nach vier Monaten kann ich rückblickend sagen, dass ich einiges wieder so machen würde. Nicht alles, das ist klar. Aber dieses Gefühl, das Baby so nah an sich heran zu lassen, hat aus meiner Sicht zu einer engen Bindung beigetragen. Auch für mich als frische Mama musste ich einiges lernen. So hat sich meine Sichtweise verändert. Mittlerweile ist es mir nicht mehr wichtig, essen oder shoppen zu gehen. Viel wichtiger ist es mir, dass es dem Baby gut geht. Dass er nicht von zu vielen Eindrücken überfordert wird, nur damit ich ausgehen kann. Ich freue mich, wenn es meinem Baby  gut geht und leide, wenn er krank oder traurig ist, ebenfalls mit ihm.

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